Das Wahrzeichen von Büsingen ist die Bergkirche St. Michael. Sie gehört zu den ältesten Gotteshäusern zwischen Schwarzwald und Bodensee. Die bei einer Restaurierung gefundenen Holzfundamente weisen auf das sechste oder siebte Jahrhundert einer ersten Kirchenbebauung auf dem markanten Eiszeithügel oberhalb des Rheins. Damit ist die Bergkirche vermutlich eine der ältesten Kirchen in der ganzen Region.

Am 8. Oktober 1095 – der ersten urkundlichen Erwähnung, bestätigte Papst Urban II. dem Kloster Allerheiligen zu Schaffhausen in einem Schutzbrief Freiheiten und Besitzungen am Kirchberg zu Büsingen. Damals wurde die Kirche von Graf Burkhard von Nellenburg an das von seinem Vater gegründete Kloster Allerheiligen übertragen. Das 1488 dem Erzengel Michael geweihte Gotteshaus war die Mutterkirche eines großen Pfarrsprengels und als solche lange Zeit Tauf- und Leutkirche für die Bewohner von Schaffhausen.

1248 wurde die Kirche dem Kloster Allerheiligen einverleibt und von da an durch die Priesterschaft des Klosters in Schaffhausen betreut. Um die Bergkirche lagen in damaliger Zeit vier kleine Weiler.

1529 fand in Büsingen – zusammen mit Schaffhausen - die Einführung der Reformation statt: das Kloster Allerheiligen wurde aufgehoben. Die eigentliche Landeshoheit sowie die hohe Gerichtsbarkeit der Enklave Büsingen lag bei Österreich. 1805 kam Büsingen zu Württemberg und 1810 dann zu Baden. Doch erst 1843 zog Baden die Kollatur an sich, wodurch Büsingen selbständige Pfarrei wurde und aus dem Schaffhauser Kirchenverband ausschied.

Der Schaffhauser Pfarrer Eduard Peyer wurde durch den badischen Pfarrer Jakob Eberle ersetzt. Nach dem Bau der Dorfkirche im Ort Büsingen 1835 wurde die Bergkirche immer seltener genutzt, lange Zeit, insbesondere den Sommer über, hauptsächlich für Beerdigungsgottesdienste.

Mit dem Einbau einer kleinen Orgel wollte die Vereinigung die Nutzungsmöglichkeit erweitern, was auch zweifelsohne gelungen war. Inzwischen ist die Büsinger Bergkirche St. Michael zu einer beliebten Hochzeitskirche geworden. In Zusammenarbeit mit dem Verein "Freunde der Bergkirche zu Büsingen" wurde auch eine vorzügliche Infrastruktur geschaffen für einen geselligen Apéro nach Trauungen und kulturellen Veranstaltungen.

 


Die Wegscheiderorgel in der Bergkirche

 

Im Jahr 2000 wurde durch eine Sponsorengruppe der Einbau der neuen Wegscheider-Orgel ermöglicht. Das Instrument hat zwei Manuale und 15 Register. Immer wieder werden Konzerte auf dieser Orgel in der schönen romanischen Kirche angeboten.