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Liebe Gemeindeglieder von Büsingen und Gaillingen !
Lange habe ich gerätselt, was Maria in der Hand hält. Und was das wohl ist, was das Jesuskind dem Stifter des Glasfensters – Peter Schlebusch – weitergibt? Es sind Feigen: wunderschöne, süße Feigen. Vielleicht haben Sie ja auch einen Feigenbaum im Garten? Das Glasbild in der Obereggenger Galerie stammt aus Köln und ist um 1510 gefertig worden. Es hängt heute im Metropolitan-Museum in New York. Der Stifter kniet links im Bild und empfängt fromm und ehrfürchtig aus der Hand des Jesuskindes eine Feige. Die Feige gilt als das Zeichen der Berufung zum Glauben und zur Nachfolge Jesu Christi. Denn in Johannes 2, 45-51 wird geschildert, dass Nathanael Jesus gefunden hat. Jesus hatte ihn aber schon vorher unter einem Feigenbaum gesehen, ehe ihn Philippus zu Jesus rief. Mit anderen Worten: Unser Glaube kann immer nur Antwort sein. Antwort auf das, was Jesus uns schenkt und was er für uns vorbereitet hat. Auch Maria hat eine Feige in der Hand, weil ihre Demut und ihr Glaube sehr groß waren. Indem ihre Feige größer dargestellt wird, soll ausgesagt werden, dass sie für viele ein Vorbild ist. Die Marienverehrung war ja zu Luthers Zeiten sehr bedeutend für die Menschen, besonders für die Frauen, die keine bürgerlichen Rechte besaßen. In unseren Gemeinden gibt es zu den Weihnachtsgottesdiensten, im Bild gesprochen, auch viele schöne Feigen. Das Jesuskind reicht uns Früchte des Glaubens und lädt uns in die Nachfolge ein, wie Nathanael. Vielleicht lassen Sie sich auch beschenken?! Die Feige steht in der Kunst auch für »Wohlergehen « und »Frieden«. Im Erzgebirge heißt es in einem Lied »... die Weihnachtzeit ist gekommen, vergeßt euern Zank und Streit!« Und solches Vergessen, das kann uns nur im Glauben geschenkt werden durch die Hand Jesu, nach der Peter Schlebusch gerne greift. Wann immer wir nach der Hand Jesu greifen, werden wir immer Feigen bekommen und niemals etwas, das uns weh tut.
Eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit wünscht Ihnen im Namen des Kirchengemeinderates
Ihr Ulrich Henke, Pfarrer

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